Akzidenz
Alternativer Begriff für Geschäftsdrucksachen wie Briefbögen, Visitenkarten, Prospekte, Einladungen. Meistens sind damit Drucksachen mit geringem Umfang gemeint.


Anschnitt
Auch Beschnitt. Sollen Objekte bis an den Blattrand gedruckt werden, müssen die Seiten auf einem größeren Bogen montiert und nach dem Druck beschnitten werden. Die Objekte laufen im Druck über den Seitenrand (das Endformat) hinaus, um beim Schneiden weiße Blitzer zu vermeiden. Typischerweise 3 mm breiter Bereich.


Ausschießen
Zur Herstellung einer Broschüre müssen immer zwei Seiten nebeneinander auf einem Bogen gedruckt werden. Klappt man den Umschlag auf, erkennt man, dass die letzte Seite links neben der ersten Seite gedruckt wird. Die Seitenreihenfolge muss der Broschüre angepasst werden, diesen Vorgang bezeichnet man als Ausschießen.


Farbräume
Um Farbwerte sicher zu definieren wurden Farbräume bestimmt, die sich durch die physikalischen Eigenschaften definieren. Der größe Farbraum ist der vom menschlichen Auge sichtbare Bereich aller Farben.

In der Praxis relevant ist RGB (Rot - Grün - Blau) und CMYK (Cyan - Magenta - Yellow - Black). Da Schwarz keine Farbe an sich ist, aber für den optischen Tiefeneindruck benötigt wird, ist sie die Schlüsselfarbe im Druck (engl. Keycolor) und wird deshalb mit K und nicht mit B bezeichnet.

RGB findet Anwendung in Monitoren, Digitalkameras und Scannern. Gleiche Anteile von R=G=B ergeben ein neutrales Grau, 100% RGB ergeben weiß! Das kann man sich leicht merken, weil z.B. ein Fernseher schwarz ist wenn man ihn ausschaltet.

CMYK wird im Druck benutzt. Hier wird auf weißes Papier gedruckt, also 100% CMY ergibt schwarz, gleiche Anteile C=M=Y ergeben ein neutrales Grau.

Um RGB Daten (z.B. Digitalfotos) im Digitaldruck auf Papier zu bringen muss der Farbraum spätestens im RIP umgerechnet werden (Transformation).


Laufrichtung
Die Fasern des Papiers werden bei der Papier-Produktion in Laufrichtung der Maschine ausgerichtet. Muss unbedingt beachtet werden, wenn Druckprodukte gefalzt oder gebunden werden. Die Faserrichtung muss gleich der Bruchkante bzw. Bindekante sein.


Naturpapier / gestrichenes Papier
Bringt man auf reinem Papier eine zusätzliche Schicht auf, so wird das wegen des pinselähnlichen Ver-fahrens als streichen (Strich) bezeichnet. Die Beschichtung erhöht die Aufnahmemenge der Druckfarbe, wird als Bilderdruckpapier hauptsächlich im Farbdruck verwendet. Naturpapiere können im Kalander (Walzwerk) geglättet werden, erhalten damit ähnliche Eigenschaften.


Nutzen
Kleine Endformate werden wiederholt auf einen Druckbogen gestellt. Die Anzahl der Wiederholungen nennt man x-Nutzen auf einem Bogen. Typisch Anwendungen finden sich beim Druck von Visitenkarten, Postkarten oder Flyern.


Raster
Aus den CMYK-Werten erzeugtes Gitter aus Druckpunkten und weißem Zwischenraum. Wird benötigt, um weitere Farben (Halbtöne) außer den vier Volltönen (CMYK) darzustellen. Die einzelnen Punkte einer Farbe werden linien-förmig, wie an einer Kette, angeordnet.

Je dichter diese Punkte sind, umso höher ist die Rasterfrequenz, umso detailreicher die Darstellung. Im Offset meist mit Linien pro cm angegeben (70er Raster), im Digitaldruck meist mit Linien pro Zoll (175 lpi).


RIP
Der Raster Image Prozessor ist dem Drucker vorgeschaltet und wandelt PS oder PDF in verständliche Information für den Drucker. Im Digitaldruck übernimmt der RIP auch die Farbumwandlung (Color Server) und die Auftragssteuerung (Job Management).


Schneidmarken
Werden außerhalb des Seitenbereiches auf den Druckbogen gesetzt. Trennen das Endformat vom Beschnitt.


Sonderfarben – Pantone, HKS
Nicht jede sichtbare Farbe kann mit CMYK gedruckt werden. Strahlendes Blau, leuchtendes Grün oder helles Orange kann man zwar am Bildschirm einstellen, im Druck wird man eher enttäuscht sein. Als Lösung bieten industrielle Hersteller Sonderfarben an, in Deutschland hat sich das HKS-System durchgesetzt, international hat Pantone die höchste Verbreitung.

Für den Offsetdruck wird meistens ein fünftes Farbwerk mit dieser Sonderfarbe bestückt und zusätzlich zu CMYK gedruckt, daher auch die Bezeichnung Schmuckfarbe.

Im Digitaldruck ist das nicht möglich, den Toner kann man nicht einfach tauschen. Jedoch ist CMYK-Toner deutlich brillianter als CMYK-Offsetfarbe, weshalb sich mehr Sonderfarben darstellen (simulieren) lassen. Gute RIPs haben eigene Simulationstabellen, die besser sind als die CMYK-Empfehlungen von HKS oder Pantone.


UV-Tinte
Mit UV-Tinte (UV steht für ultraviolett) bezeichnet man Tinten, die durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (UV) aushärten. UV-Tinte eignet sich besonders zum Bedrucken von nichtsaugenden Materialien wie Metall und Kunststoff, aber auch von hochwertigen Kartonagen und Etiketten.

 


Fachbegriffe